Die Geschichte der Burg Rheinfels und der Stadt St. Goar

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Loreleyfelsen

Als Gast im Romantik Hotel Schloss Rheinfels erfahren Sie auch die faszinierende Anmutung der Burg Rheinfels. Die ehemals mächtigste Festungsanlage am Rhein, beeindruckt noch heute durch ihre Größe und Bauweise.

Grabungsfunde belegen, dass das heutige Stadtgebiet von St.Goar bereits in römischer Zeit besiedelt war. Die Schifffahrt benötigte Hilfskräfte, um die Riffe an der Loreley zu überwinden. Vermutlich gab es eine Rheinfähre, die römische Straßen miteinander verband.

Ihren Namen verdankt die kleine Siedlung dem heiligen Goar. Er ließ sich um 550 hier nieder und gründete eine christliche Herberge für Arme und Reisende.

Sein Grab entwickelte sich zu einer viel besuchten Wallfahrtsstätte, die von einer Klerikergemeinschaft betreut wurde.

Seit dem 8. Jahrhundert war dieses Kollegium mit seinem Besitz der Abtei Prüm (Eifel) unterstellt. Vögte des Klosters waren zuerst die Grafen von Arnstein und ab 1190 die Grafen von Katzenelnbogen. Somit stand die Stadt unter militärischem Schutz und der Gerichtsbarkeit des Grafenhauses.

Erbaut 1245 von Diether V. von Katzenelnbogen, wurde die Burg Rheinfels im Laufe der Jahrhunderte zur bedeutendsten Festung am Rhein. Der Besucher, der heute Rheinfels besichtigt, ist überrascht von der Ausdehnung dieser Ruinenanlage, von dem Gewirr an Wehr- und unterirdischen Minengängen, die heute noch begehbar sind.

Obwohl Diether V. Mitglied des „Rheinischen Städtebunds“ war, erhöhte er 1255 den St. Goarer Rheinzoll. Daraufhin hatte Burg Rheinfels ihre erste große Bewährungsprobe zu bestehen: 26 Städte mit einem Heer von 8000 Fußsoldaten und 1000 Reitern, unterstützt von 50 Schiffen, belagerten die Burg für ein Jahr und 14 Wochen und mussten dann doch unverrichteter Dinge abziehen. Seitdem galt die Burg als uneinnehmbar.

Philipp I führte 1527 die Reformation ein. Im 17. Jh. ließ sein Sohn, Philipp II mit großem Aufwand die Burg zu einem Renaissanceschloss umbauen. Er war bekannt für seine glänzende und verschwenderische Hofhaltung.

Unter Landgraf Ernst von Hessen-Rheinfels war St. Goar noch einmal kulturelles Zentrum der Region. Er bemühte sich um eine Verständigung zwischen den Religionen und pflegte regen Gedankenaustausch mit den geistigen Größen seiner Zeit.

Beim Angriff der französischen Revolutionstruppen 1794 wurde die Burg kampflos übergeben und danach von den Franzosen zerstört.

Bis 1813 blieb St. Goar unter französischer Verwaltung. 1815 wurde es Preußen zugesprochen, erhielt erneut den Status eines Verwaltungszentrums und wurde Kreisstadt.

Die Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal, im Norden und Süden durch die Städte Koblenz, Bingen und Rüdesheim begrenzt, findet sich seit Juni 2002 auf der Liste des UNESCO-Welterbes. In dieses Verzeichnis werden Stätten von herausragendem und universellem Wert eingetragen, die als Erbe der gesamten Menschheit gelten. Das als Welterbe anerkannte Obere Mittelrheintals ist also eine historische Kulturlandschaft, die sich durch die stetigen Eingriffe des Menschen über Jahrhunderte entwickelt hat und die wie kaum eine andere in Europa von der Wechselwirkung von Mensch und Natur, von Kulturleistungen und ihren Voraussetzungen wie Rückwirkungen zeugt.