Am vorletzten Oktoberwochenende war es endlich soweit. Nachdem neun Rheinfels-Azubis in den letzten Monaten als Paten den Weinberg nahe des Romantik Hotels gehegt und gepflegt haben, durften sie nun die Früchte ihrer Arbeit ernten. Gemeinsam mit dem Weinbergs-Besitzerehepaar Jürgen und Sabine Müller müssen die Azubis in insgesamt dreizehn Einsätzen die knapp 700 Stöcke des Schulweinbergs in allen Phasen zwischen zwei Lesen betreuen. Vom Entblättern über das Zurückschneiden der Reben und dem Bearbeiten des Bodens bis hin zum Binden der Stöcke werden die Azubis mit allen Facetten der Arbeit im Weinberg vertraut gemacht, bevor sie zur Lese von den nächsten Auszubildenden abgelöst werden.

Ein hervorragender Wein erwartet die Auszubildenden und Gäste der Rheinfels

Das Ergebnis ihrer Arbeit bekommen die eifrigen Weinberg-Paten dann im März/April des nächsten Jahres in Form einiger Flaschen des Weines, an dessen Entstehung sie maßgeblich beteiligt waren, überreicht. Und dass es ein sehr guter Wein werden wird, daran hat Hotelinhaber Gerd Ripp keinen Zweifel. Schließlich wies der Riesling-Most 2016 einen Oechsle-Grad von durchschnittlich 90 auf. Ein hervorragender Wert, der bestimmt auch die Gäste des Romantik Hotels, wie auch die des Loreleyblicks Maria Ruh in Verzückung versetzen wird. Insgesamt rechnet Ripp mit etwa 1200 Flaschen, die von Winzer Stepan Fendel vom Weingut Weiler-Fendel in Oberwesel aus der Lese des Schulweinbergs gewonnen werden können.

Azubi-Weinberg – hoher Mehrwert in der Hotelfachausbildung

Für Hoteldirektor Andreas E. Ludwig hat der Azubi-Wein aber noch eine weitere wichtige Funktion. Denn auf den Azubi-Tagen in Koblenz möchte er im kommenden Jahr neue Interessenten für eine Ausbildung im Romantik Hotel gewinnen, indem er ihnen zeigt und sie schmecken lässt, was ihnen hier an Mehrwert im Vergleich zu anderen Hotels geboten werden kann. Denn die Arbeit im Weinberg ist neben den üblichen Aufgaben der Hotelfachausbildung nicht nur eine angenehme Abwechslung, die zwar anstrengend ist, aber auch enorm viel Spaß macht. Sie sorgt auch für ein besseres Verständnis für Wein an sich, wovon man in der späteren Berufswelt eigentlich nur profitieren kann.

Wer sich mit Fleiß und Hingabe ein Jahr lang um einen Weinberg kümmert und dann auch noch erleben darf, was aus „seinen“ Trauben wird, der entwickelt ganz automatisch ein ganz besonderes Interesse nicht nur zu diesem speziellen Wein. Von Jemanden in Sachen Wein beraten zu werden, der die Materie nicht nur vom Öffnen einer Flasche kennt, ist auch etwas, was der Gast zu würdigen weiß. Es ist dieser Mehrwert, der die Arbeit im Schulweinberg nicht nur sinnvoll, sondern auch nachhaltig macht. Wenn das Ergebnis dann auch noch gut schmeckt, ist das mehr als nur ein angenehmer Nebeneffekt!